Manfred Kriegel
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----------------------------- oder war es doch einer ! --------------------------


Langsam kamen in mir Gedanken hoch, aus der DDR abzuhauen ,abzuhauen aus einem Staat der nur aus Lügen und Heuchelei bestand. Es war das Jahr 1962 ich war gerade 15 Jahre alt, die Mauer die uns von einem freien Staat der BRD trennte, stand nun fast ein dreiviertel Jahr. Ein älterer Freund Roland, er war gerade 18 geworden kaufte sich ein Motorrad MZ-ES 150 und so schmiedete ich mit 15 Jahren meinen ersten Fluchtplan. Ich fragte Roland ob er mit nach den Westen abhauen würde und zwar über die Ostsee, er zögerte kurz und sagte sofort zu.

Nun schmiedeten wir gemeinsam einen  Plan, wir brauchten Luftmatratzen, Gummianzüge, Schwimmflossen, Taucherbrillen und Schnorchel. In der DDR diese Sachen zu bekommen war fast unmöglich, aber durch meine Schwester Waltraud kam ich leicht an Westgeld, sie versteckte es in der Zahncreme Tube. Sie öffnete die Tube hinten wo sie zu gestanzt war und in Plastikfolie rollte sie 300 Westmark und schob diese Rolle in die Tube und stanzte das Ende der Tube wieder zu. Roland hatte genug Beziehungen und so kamen wir an die begehrten Artikel die wir zur Flucht benötigen.Es kam der besagte Tag, wir beluden den Motorradanhänger mit unseren Sachen. Ich erzählte meiner Mutter nicht was ich vorhatte. Wir, ich und Roland wollten nur eine Woche an die Ostsee fahren um Urlaub zu machen. Dann fuhren wir los.Es war ein wunderschöner Sommertag, auf der Autobahn nach Berlin fuhren wir mit ca mit 60/80km/h unserem Abenteuer entgegen. Die Fahrt fühlte sich an wie ein Spießrutenlauf, wenn nur jemand nach uns schaute meinten wir sie wissen wo wir hinwollen und zwar abhauen nach den Westen.

Als wir den Berliner Ring erreichten, dass war ja erst die knappe Hälfte der Strecke wurden wir von einer Polizeistreife gestoppt und sie fragten uns wohin die Reise geht. An die Ostsee eine Woche Urlaub machen. Unser Glück war wahrscheinlich, dass ich erst 15 Jahre alt war und sie bohrten nicht weiter nach, hätten sie uns richtig kontrolliert dann wäre die Sache sofort aufgeflogen. An die Ostsee mit, Luftmatratze Gummianzug, Taucherbrille, Schnorchel und Schwimmflossen, sie hätten uns bestimmt mitgenommen , zur Klärung eines Sachverhaltes. Sie ließen uns weiterfahren und wünschten uns einen schönen Urlaub. Für Roland war dies alles zu viel und  er beschloss unser Vorhaben abzubrechen. Wir kehrten um. Ich war zu jung für eine Entscheidung zu treffen und musste mich fügen. So fuhren wir wieder nach hause und ich hatte Erklärungsnöte bei meiner Mutter und meinem Vater. Ich erzählte ihnen jetzt die Wahrheit und sie bemerkten nur ob ich verrückt sei, es ist doch viel zu gefährlich nach dem Mauerbau eine Flucht nach dem Westen zu wagen und außerdem sei ich noch viel zu jung dafür.

So endete mein 1. Fluchtversuch, man kann jetzt darüber nachdenken war es einer, oder keiner?

Ich meine schon!


 -Keiner bemerkte etwas-


 
     
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